Bau der zweigleisigen Talbrücke "Pulvermühle“

Die neue Talbrücke mit einer Länge von etwa 242 m trägt zwei neue Gleise.

Der geplante Bau einer zweiten Eisenbahn-Talbrücke neben der alten Talbrücke umfasst drei getrennte Bauwerke, nämlich:

TEIL 1: BRÜCKENBAUWERK

Die neue Talbrücke mit einer Länge von etwa 242 m trägt zwei neue Gleise mit einem Gleisabstand von 4,60 m. Die Längsachse des Bauwerks verläuft parallel zu der bestehenden Talbrücke. Die Fahrbahnplatte der neuen Talbrücke besteht aus einem gemischten Aufbau aus einer dreidimensionalen Rohrkonstruktion mit einer Stahlbetonplatte. Beiderseits der künftigen Gleise sind Fußwege für die Bahnmitarbeiter vorgesehen. An der Außenseite des Bauwerks wird eine Schallwand angebracht.

An ihren Enden ruht die Fahrbahnplatte auf Endpfeilern, und im Mittelteil auf vier Stahlbetonpfeilern mit einer Höhe zwischen 12 und 24 m. Das Pfeilerinnere ist hohl, um den Zugang zu den Widerlagern und Auflagern zu ermöglichen.

Alle End- und Zwischenpfeiler ruhen auf Bohrpfählen aus Stahlbeton.

TEIL 2: STÜTZMAUERWERK

Das Stützmauerwerk von 275 m Länge ermöglicht die Verlängerung der beiden neuen, auf der neuen Talbrücke verlegten Gleise und ihren Anschluss an die Trasse der bestehenden Gleise der Strecke von Luxembourg nach Wasserbillig in Höhe des Kilometerpunkts 1,400. Der Gleisabstand zwischen den beiden Gleisen auf diesem Bauwerk beträgt 4,60 m. Da es nicht möglich war, die Stützmauer durch eine Abböschung zu verbreitern, wurde die Errichtung eines Bauwerks auf der Böschungskrone erforderlich, das aus einem trapezförmigen geschlossenen Senkkasten aus Stahlbeton besteht. Die Außenwand dieses Rahmens verläuft schräg und wird durch einen Überhang verlängert, der teilweise ein Gleis und einen Fußweg für die Bahnmitarbeiter trägt.

Die Achse dieses Bauwerks geht von der Verlängerung der geplanten Talbrücke aus und schließt sich tangential zu der Trasse der bestehenden Strecke an.

Wegen der geringen Tragfähigkeit des Körpers des Böschungspflasters wird dieses zuvor horizontal verdichtet. Das gesamte neue Bauwerk soll auf zwei Reihen von Bohrpfählen aus Stahlbeton großer Tiefe (bis zu 35 m Länge) ruhen, die im Mergel verankert sind. An der Außenseite des Bauwerks wird eine Schallwand angebracht.

Um den Bau des Betonrahmens zu ermöglichen und um dessen horizontale Standfestigkeit zu gewährleisten, bedarf es des Einbaus einer permanenten vertikalen Verkleidung an der Rückseite des Bauwerks. Diese horizontal verankerte Verkleidung wird endgültiger Natur sein, denn sie soll die horizontalen Kräfte des Bodendrucks auf das Bauwerk aufnehmen.

 

TEIL 3: STRASSENBAUWERK RECHTWINKELIG ZUM BOULEVARD D'AVRANCHES

Das bestehende Straßenbauwerk an der Nordausfahrt des Bahnhofs Luxemburg rechtwinkelig zum Boulevard d'Avranches und vor der Talbrücke gelegen, überspannt derzeit nur zwei Gleise. Geplant ist, dass das neue Bauwerk von etwa 100 m Länge, das die Fahrbahnen des Boulevard d'Avranches trägt, vier Gleise überspannen soll. Das künftige dritte Gleis ist die Verlängerung eines Abstellgleises im Tunnel der Rocade de Bonnevoie (Umgehungsstraße).

Das Skelett der bestehenden Brücke soll vollständig abgebrochen und durch eine neue Stahlbetonkonstruktion ersetzt werden. Der Lichtraum des Bauwerks fällt unterschiedlich aus: Die lichte Höhe variiert von 6,50 m bis 9,24 m, die Breite von 23 bis 29 m. Am Fuß der neuen Wände sind auf der gesamten Länge des Bauwerks Entgleisungsschutzvorrichtungen vorgesehen, die auch als Kabelkanäle dienen.

Die neuen Stahlbetonwände, die auf Streifengründungen ruhen, werden teilweise mit Fertigwandelementen ausgeführt und in regelmäßigen Abständen verstärkt, um die Lasten der Haupttragbalken der Deckplatte aufzunehmen.

Diese Balken bestehen aus teilweise mit Beton ummantelten HEB-Metallprofilen. Schal-Betonplatten zwischen diesen Balken dienen als verlorene Schalung für die Platte.

Das nördliche Tunnelportal des neuen Bauwerks wurde architektonisch aufbereitet und wird mit gemauerten Natursteinelementen aus Ernzener Sandstein verblendet. Die Fugen werden eingefräst, und die Stirnseite wird gespalten. Durch Stützmauern wird das Bauwerk verlängert und an die neue Talbrücke angeschlossen.

Die neue Konstruktion wird mit einer Dauer- und einer Sicherheitsbeleuchtung, Sicherheitsnischen sowie Schaulöchern und Durchführungen unter den Gleisen für die Signalkabel ausgerüstet.

Broschüre "Expo Pulvermühle"

Konsultieren Sie unsere Broschüre über den Bau der zweigleisigen Talbrücke "Pulvermühle“.

BRO-8pages_FR.pdf