Naturschutz

Dreckwiss

Kompensationsmassnahmen beim zweigleisigen Ausbau der Strecke Luxemburg-Petange.

Um das Angebot auf der Bahnstrecke Petingen – Luxemburg zu verbessern und unter anderem einen Halbstundentakt einzuführen, mussten die CFL diese Strecke zweigleisig ausbauen. Die hierbei notwendigen Infrastrukturmaßnahmen

haben in die Natur und Landschaft im Südwesten Luxemburgs eingegriffen. Um ihrer Verantwortung im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung gerecht zu werden, entwickelten die Eisenbahngesellschaft zusammen mit der „ Administration

de la Nature et des Forêts " und der „ Administration de l'Eau " Maßnahmen zum ökologischen Ausgleich dieses Eingriffs.

Eine dieser Ausgleichsmaßnahmen wurde im Feuchtgebiet „ Dreckwis " zwischen Bascharage und Sanem durchgeführt. Hier wurde durch Einleitung eines Seitengewässers (Rouerbaach) in den ursprünglichen Bachlauf der Chiers die alte Aue als Feuchtgebiet renaturiert. Gleichzeitig wurde in Zusammenarbeit mit einem ansässigen Landwirt eine extensive, ganzjährige Beweidung mit robusten Angus-Rindern zur nachhaltigen Nutzung dieser verfeuchteten Bereiche umgesetzt.

Auf einem 2,8 km langen Rundweg mit didaktischen Informationspunkten erklären die CFL und ihre Partner die verschiedenen Maßnahmen und erschließen den interessanten Auenbereich der Chiers.

Der Naturlehrpfad führt um die Schutzzone herum, entlang an Weiden, Feuchtgebieten und Gewässern und überquert nasse Bereiche auf Holzstegen.

 

Der „Rouerbaach" im ursprünglichen Bachbett der Chiers

Die Chiers wurde in den 60er Jahren begradigt und tiefer in ein neues Bett umgeleitet. Hierdurch wurde die alte Chiers-Aue in diesem Bereich – die „ Dreckwis " – trocken gelegt und die ursprünglich artenreiche Auenvegetation verschwand.

Im Zuge der Ausgleichsmaßnahmen für den zweigleisigen Ausbau der Eisenbahnlinie Petingen – Luxemburg wurde die „ Dreckwis " durch die Einleitung des „ Rouerbaach " wieder verfeuchtet. Mit einer Umleitung des „ Rouerbaach " auf einer Länge von 130 m wurde der Anschluss an das noch vorhandene, aber ausgetrocknete, ehemalige Bachbett der Chiers hergestellt. Hierdurch, wie auch durch die angepasste, extensive Beweidung wird sich in den kommenden Jahren wieder eine artenreiche Auenflora und -fauna entwickeln können.

Die geringe Tiefe des Bachlaufs sorgt für eine flächige Vernässung mit ständig wechselnden Feuchtigkeiten.Periodische Überschwemmungen auch größerer Flächen und ein sehr dynamischer Wasserhaushalt bilden die Grundlage der ökologischen Vielfalt der renaturierten Aue. Zudem lässt die Erhöhung des Grundwasserspiegels positive Rückwirkungen auf die Hydrologie der umgebenden Landschaft erwarten. 

 

Zugang zur « Dreckwis »

Vom Parking neben der Kirche im Zentrum von Sanem über die rue de la Chiers und die rue de la fontaine.

Der Startpunkt des Rundweges ist etwa einen Kilometer vom Ortszentrum entfernt.

Festes Schuhwerk ist empfehlenswert.

Zughaltepunkte

– Bascharage / Sanem

CFL-Linie 70, 2 km entfernt

– Niederkorn

CFL-Linie 60, 2,5 km entfernt

Bus

– Bascharage / Sanem – Zentrum von Sanem

TICE-Linien 3, 13 und 14

Der Fahrradweg der Drei Kantone führt am Bahnhof Bascharage/Sanem vorbei und bringt Sie bis zu 400 Meter an den Startpunkt des Rundweges heran.

Ausgleichsmaßnahmen für die neue Linie Luxemburg - Bettemburg

Am 6. August 2014 wurden 24 Nistkästen für Fledermäuse an sieben verschiedenen Stellen in der Gemeinde Roeser angebracht, jeweils in Gruppen von vier bzw. zwei Kästen und in einer Höhe von 5 bis 6 m. Dabei handelt es sich um zwei verschiedene Arten: Fledermaushöhlen (19-mal) und Fledermausgroßraumhöhlen (5-mal).

Eine weitere Ausgleichsmaßnahme dieser Baustelle besteht in der Umsetzung von Amphibienbeständen des Teichs „Brucherweier" zu einem Ausgleichsteich, der im Wald „Fennerholz" angelegt wurde. Um die verschiedenen, landesweit geschützten Bestände von Amphibienarten zu retten, erfolgte eine erste Umsetzung dieser Bestände bzw. der Froschbrut im Frühjahr 2014.

13 Tage lang wurden die im Brucherweier vorhandenen Amphibien in Fallen bzw. durch den Einsatz von Fangnetzen gefangen.

Insgesamt wurden umgesetzt:

  • 342 Bergmolche
  • 244 Fadenmolche
  • 3 Grasfrösche
  • 2 Erdkröten

Eine dritte Ausgleichsmaßnahme, die durch dieses Projekt ausgelöst wurde, ist die Einsammlung von Samen der Pflanze „Oenanthe aquatica" (Großer Wasserfenchel). Zur Erhaltung der Pflanze „Oenanthe phellandrium" (Flutender Wasserfenchel), die auf der Roten Liste der luxemburgischen Gefäßpflanzen steht, wurden Mitte August 2014 im Brucherweier Pflanzensamen eingesammelt. Ein Teil dieser Pflanzensamen wird in der Samenbank des Naturgeschichtlichen Landesmuseums aufbewahrt, während der übrige Samen in den Ausgleichsteich des Fennerholz umgesetzt wurde, um dort einen neuen Standort der Pflanze anzulegen.

Ergänzend wurden in den Gemeinden Hesperingen, Roeser und Berchem neue Anpflanzungen (insgesamt 8,68 ha) angelegt.

 

 

 

 

Ausgleichsmaßnahmen im Rahmen der Arbeiten für die neuen Betriebsanlagen „Kirchberg-Pfaffenthal" (Rote Brücke):

Im Rahmen der Arbeiten zur Errichtung der Standseilbahn, die die Linie 10 mit dem Kirchberg verbindet, wurde bereits ein Grundstück mit einer Fläche von 1,4 ha in Roeser wieder aufgeforstet, und es ist geplant, zu Projektende (Ende 2017 – Anfang 2018) zur Wiederherstellung des ökologischen Gleichgewichts auf dem Kirchberg weitere ca. 2.350 m² zu bepflanzen. Darüber hinaus wurden 2014 zehn Nistkästen für Fledermäuse angebracht.

 

 

Nachrichten
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